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Brasilien
(Nicht-nur-Fußball-)Weltmacht Brasilien
Als vor 50 Jahren Brasilia neue Hauptstadt jenes Riesenlandes zwischen Parana und Amazonas wurde, galt dies als Symbol des Aufbruchs und der Inwertsetzung des Landesinneren. Moderne Stadtplanung und Architektur aber standen im Gegensatz zur reaktionären Militärdiktatur der Jahrzehnte danach. Zude... mehr
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Martin Coy, Hervé Théry
Brasilien
Sozial- und wirtschaftsräumliche Disparitäten, regionale Dynamiken
Seit jeher ist Brasilien durch wirtschaftliche, soziale und räumliche Disparitäten gekennzeichnet, in denen sich historisches Erbe, Entwicklungsstile und ihre Folgen sowie in jüngeren Jahren sicherlich auch die Konsequenzen der Einbindung des Landes in die Globalisierung niederschlagen. Gleichzeitig ist Brasilien gerade in jüngeren Jahren Bühne zahlreicher dynamischer Prozesse in sozioökonomischer und politischer Hinsicht gewesen, die den Anspruch des Landes als Führungsmacht des Südens unterstreichen.
Tobias Schmitt
„O Sertão vai virar mar“
Wasser als Schlüssel der Inwertsetzungsstrategien im Nordosten Brasiliens
Die Dürre scheint für den als Armenhaus Brasiliens beschriebenen Nordosten das größte Hindernis für eine nachholende Entwicklung darzustellen. Jedoch wird in letzter Zeit vermehrt der Versuch unternommen, den bisher als peripher wahrgenommenen Raum mit Hilfe von staatlichen und nicht staatlichen Investitionen, die vor allem in dem Bereich der Wasserinfrastruktur getätigt werden, „in Wert zu setzen“. Die damit einhergehenden Prozesse gesellschaftlicher Einbeziehung oder Ausgrenzung werfen die Frage auf, welche Akteure von solchen Entwicklungsstrategien am ehesten profitieren können, und inwiefern dabei die traditionell ungleichen Sozialstrukturen aufgebrochen oder eher gefestigt werden.
Monika Röper
3-D Schach in Amazonien
Entwaldungsbekämpfung im 21. Jahrhundert
Seit 2004 haben sich die Rodungszahlen im brasilianischen Amazonien signifikant verringert. Kann damit ein Durchbruch in der Entwaldungsbekämpfung diagnostiziert werden? Wer bestimmt diese Entwicklung, welche taktischen und strategischen Züge werden von welchen Akteuren auf welcher Ebene gespielt? Wie können ihre zukünftigen Auswirkungen erfasst werden? Das Spielfeld Amazonien zu interpretieren ist für Handelnde und Beobachter gleichermaßen herausfordernd.
Dieter Anhuf
Kein Klimaschutz ohne Waldschutz
Die Rolle der Regenwälder Amazoniens im Kampf gegen den Klimawandel
Das anhaltende Wachstum der Weltbevölkerung und die dadurch bedingte immer intensivere
Nutzung unseres Planeten und seiner Ressourcen haben in den vergangenen 200 Jahren zu
massiven Eingriffen und Veränderungen der Natur geführt. Zwischen einem Drittel bis zur Hälfte der Erdoberfläche sind bereits verändert worden. So bedeckten Wälder einst etwa die Hälfte der Landoberflächen der Erde (ohne die Eiswüsten). Heute ist die Erdoberfläche noch auf etwa einem Drittel der Festlandsfläche bewaldet.
Jürgen Heinrich , Udo Nehren, Dietmar Sattler
Waldfragmente des brasilianischen Küstengebirges
Entwicklung, räumliche Muster, aktuelle Dynamik
Im Hinterland des brasilianischen Bundesstaates Rio de Janeiro erhebt sich küstenparallel das
Gebirge der Serra dos Órgãos, an dessen steil zum Atlantik hin abfallenden Flanken artenreiche Bergregenwälder der Mata Atlântica (Atlantischer Regenwald) erhalten sind. Aus dem satten, geschlossenen Grün der Regenwälder ragen bizarre, an Orgelpfeifen erinnernde Felsformationen empor, die dem Gebirge ihren Namen gaben.
Saint-Clair C. da Trindade Jr., Rainer Wehrhahn
Urban Governance und Partizipation
Akteure und Projekte der Stadtentwicklung am Beispiel Belém do Pará
Stadtentwicklungsprozesse werden weltweit zunehmend durch Großprojekte in Form von
Public-Private-Partnerships bestimmt; zivilgesellschaftliche Interessenvertreter spielen dabei selten eine Rolle. Anders ist dies bei Projekten im Sinne einer auf Partizipation ausgerichteten Urban Governance. Anhand von aktuellen Beispielen aus der Amazonasmetropole Belém do Pará werden städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen sehr unterschiedlicher Zielsetzung, Dimension und politischer Vorgaben unter dem Gesichtspunkt der Partizipation verschiedener Akteursgruppen vergleichend analysiert.
Manfred Nitsch
„Deus é brasileiro“
Über 50 Jahre Begegnungen mit Brasilien
„Globalisierung“ – das sind im heutigen Sprachgebrauch die vielfältigen geistigen, wirtschaftlichen und politischen Prozesse, die die Welt haben zusammenwachsen lassen und die wir als Sozialwissenschaftler beobachtet, gelebt und reflektiert haben. Ich hatte das Privileg, den Weg Brasiliens in den vergangenen 50 Jahren intensiv verfolgen zu können und dabei die wirtschaftliche und politisch-geistige Globalisierung als Wissenschaftler mit zu erleben, zu reflektieren und zu diskutieren.
Peter Hupfer, Wilfried Endlicher
Entwicklung, Stand und interdisziplinäre Verflechtung der Klimatologie
Wie kaum bei einer anderen Wissenschaft üben derzeit die Ergebnisse der Klimatologie einen großen Einfluss auf alle Länder aus. Ursache ist die Erkenntnis des die Natur- und Zivilisationsprozesse verändernden anthropogenen Klimawandels im 21. Jahrhundert. Auf der Agenda der internationalen Politik steht die Klimaproblematik mit ganz oben. Die bemerkenswerte Entwicklung dieses Wissenschaftszweiges soll hier skizziert werden, wobei hinsichtlich der Beispiele und Literaturangaben in erster Linie auf Deutschland Bezug genommen wird.