Sie befinden sich hier: /Aktuell/Inhalt Heft 04-09
INHALT

Biodiversität
Die Bedrohung der biologischen Vielfalt ist eine unterschätzte Gefahr. Dabei beruht gerade die Anpassungsfähigkeit von Ökosystemen an sich ändernde Umweltbedingungen auf der "Vielfalt des Lebens". Und dies betrifft auch den Menschen. Das Beispiel der Kulturpflanzen macht es deutlich.
Ein Welternährungssystem, das auf wenigen Züchtungen ... mehr
Online-Archiv
Hilfe und Informationen zum Download
Online-Archiv
Anmelden
Artikel kaufen
Hilfe zum Download
Manfred Meurer, Eckhard Jedicke, Christophe Neff
Vielfalt des Lebens – Ursachen, Raummuster und Perspektiven
Ohne Frage: Biodiversität, die „Vielfalt des Lebens“, ist als Thema in der Öffentlichkeit angekommen. Die monetäre Seite weckt dabei eher Interesse und Handlungsbereitschaft bei Politik und Öffentlichkeit als Meldungen zum globalen Artensterben. Indes verstehen die meisten Menschen allenfalls ansatzweise, was Biodiversität insgesamt beinhaltet.
Tillmann K. Buttschardt
Erfassung und Darstellung von Biodiversität
Die Erhebung von Daten und Informationen zur Biodiversität gleicht einem Wettlauf, der nicht zu gewinnen ist. Während Forscher, Freiwillige oder Naturbegeisterte die noch lange nicht vollständige Inventur des Planeten vornehmen, verschwinden in einem so in dieser Geschwindigkeit niemals da gewesenen Prozess die Objekte dieser Untersuchungen: Arten, Gene, Lebensräume.
Thomas Schmitt, Henning Haeupler
Hot Spots der Phytodiversität in Deutschland
Entgegen dem Eindruck, der in Teilen einschlägiger Wissenschaftsliteratur vermittelt wird, finden sich Hot Spots der Phytodiversität nicht nur in tropischen und subtropischen Gebieten der Erde. Die Anpassung der Kriterien an Mitteleuropa und exakte quantitative Daten aus Geländerkartierungen erlauben die Identifikation von Hot Spots auf regionaler Ebene und belegen: Deutschland verfügt über mindestens 13 Hot Spots der Phytodiversität.
Marco Conedera, Christophe Neff, Marco Moretti
Ökologische Folgen von Waldbränden in der Südschweiz
Waldbrände erwecken beim Betrachter oft zwiespältige Gefühle. Einerseits vernichtet das Feuer den Wald sowie einige in ihm lebende Pflanzen und Tiere; für Siedlungen und Verkehrswege können Gefahren entstehen. Weniger bekannt ist die durchaus positive Bedeutung von Bränden für die Biodiversität in Waldökosystemen. Forschungsergebnisse aus der Südschweiz zeigen, dass Brände die Artenvielfalt und funktionalen Gleichgewichte der Lebensgemeinschaften neu gestalten und die Biodiversität erhöhen können.
Hans Jürgen Böhmer, Corina Niemand
Die neue Dynamik pazifischer Wälder
Die Auswirkungen des rezenten Klimawandels auf die Areale von Pflanzen- und Tierarten sind wichtiger Gegenstand biogeographischer Forschung. Die bisher oft kleinmaßstäbigen und auf wenige Klimaparameter gestützten Modellierungen können schwerlich berücksichtigen, dass der Fortbestand vieler Arten vom komplexen Zusammenwirken lokaler Standortfaktoren abhängt. Am Beispiel von Wäldern der pazifischen Inseln werden die Folgen für Langzeit-Dynamik und Biodiversität skizziert.
Christoph Corves
Biologische Vielfalt in der Landwirtschaft
Der Klimawandel verändert die Wachstumsbedingungen nicht nur von Kulturpflanzen, sondern auch die ihrer Krankheiten und Schädlinge. Gleichzeitig kann in der Landwirtschaft seit Jahrzehnten ein Trend zu Anbausystemen beobachtet werden, die zunehmend arten- und sortenärmer sind. Das Beispiel der Kartoffel und des Erregers der Kraut- und Knollenfäule zeigt, welche Gefahren für die Ernährungssicherheit aus der Vernachlässigung des Faktors Vielfalt entstehen.
Eberhard Kross
Biodiversität im Geographieunterricht
"Amsel, Drossel, Fink und Star, und die ganze Vogelschar …", welcher Schüler kennt noch diese Vögel? Da kann es schon eine Herausforderung sein, über Biodiversität reden zu wollen. Dieser Begriff wird möglicherweise erst in der Oberstufe verständlich sein. Sonst bietet es sich an, von Artenvielfalt zu sprechen, wobei besonders darauf hingewiesen werden muss, dass neben den Pflanzen- und Tierarten deren Lebensräume mit gemeint sind.