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Verzeichnis aller bisher erschienener Themenschwerpunkte - 2010

Transformation in der Türkei
Topographie als Potenzial
Nur wenige Nationalstaaten auf der Erde können ihre Lage an geostrategischen, kulturellen und wirtschaftsgeographischen Nahtstellen so als Potenzial nutzen, wie es die Türkei kann. Darüber hinaus ist das Land zwischen Bosporus und Van-See ein 80-Millionen-Einwohnerstaat mit erheblichem Wirtschaftspotenzial. All dies bringt die Türkei derzeit selbstbewusst und konsequent ins Spiel, ob als künftiges Mitglied in der EU oder als NATO-Mitglied an der Grenze zu Krisenregionen des Nahen Ostens. Dass dabei der innenpolitische und binnenräumliche Ausgleich zwischen Marmara und Ostanatolien, zwischen Türken und Kurden der eigentliche Schlüssel für den Erfolg als aufstrebende Macht ist, wird man in Ankara ganz sicher erkannt haben.
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Erneuerung altindustrieller Räume
Im Zuge von Globalisierung und Informationszeitalter haben sich ehemals erfolgreiche Industrieräume zu wirtschaftlichen Problemzonen entwickelt. Der Strukturwandel ist in diesen Regionen deutlich zu spüren. Zu diesen zählen beispielweise die Metropolregion Ruhr und die ehemals prosperierende Industriestadt Liverpool. Im Überlebenskampf entscheiden sich die Betroffenen für die unterschiedlichsten Entwicklungsstrategien. Eine Chance für das Ruhrgebiet bieten die vielfältigen Projekte der „Kulturhauptstadt Ruhr 2010“. ...zum Inhalt / Artikeldownload

Paläo-Hydrologie
Das Hochwasser der Elbe im August 2002 hat derartige Naturereignisse wieder stärker in den Fokus des Interesses gerückt. Die Bilder von Menschen, die sich inmitten der Fluten an den Mauerresten ihres Hauses festklammern, gingen damals durch alle Medien. Insgesamt richtete dieses als Jahrhundertwasser klassifizierte Flutereignis Schäden in Millionenhöhe an und gab Anlass für Spekulationen über das künftige Ausmaß vergleichbarer Szenarien. Die Erforschung von Paläo-Hochwassern ist an dieser Stelle ein wichtiges Instrument, um Prognosen treffen zu können.
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Welthandel und Umwelt
Kettenreaktion
Rohstoffgewinn, Transport und Warenproduktion sind oft mit großen Belastungen für die Umwelt verbunden. Das Konzept des ökologischen Rucksacks verdeutlicht diesen Zusammenhang und geht noch einen Schritt weiter. Über globale wirtschaftliche Verflechtungen
wälzen Länder ökologische Bürden aufeinander ab. Der wirtschaftliche Entwicklungsstand eines Landes spielt dabei keine Rolle. So kommt Verblüffendes zutage. Denn: Nicht nur die Industriestaaten allein sind für Umwelteingriffe verantwortlich. Auch die Länder des Südens tragen eine "ökologische Bürde". Der ökologische Rucksack hebt die Rollenverteilung zwischen dem "bösen" Norden und dem "guten" Süden auf. Alle Länder sind damit Teil einer Kette.
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Ozeane und Meeresforschung
Die Erde zeichnet sich vor allem durch ihre ausgedehnten Wasservorkommen aus. Bei einer mittleren Tiefe von etwa 3 800 m und einer Fläche von rund 360 Mio. km² umfassen diese über 70 % der Planetenoberfläche. 96,5 % allen Wassers entfallen auf ozeanisches Salzwasser. Über die Verhältnisse im freien Ozean und in den großen Meerestiefen aber wissen wir weniger als über die Rückseite des Mondes. Hier warten viele Entdeckungen der physikalischen, chemischen und biologischen Verhältnisse auf uns und vor allem viele Fragen der gegenseitigen Abhängigkeiten und Prozess- Verknüpfungen. ...zum Inhalt / Artikeldownload

Südliches Afrika
Kein Zweifel, eine Fußballweltmeisterschaft zieht alle Aufmerksamkeit auf den Gastgeber. Südafrika – Schwellenland und Regionalmacht – will zeigen, dass es der Herausforderung eines solchen Megaereignisses gewachsen ist. Die Investitionen in Stadien und Infrastruktur sind beträchtlich, die Erwartungen an ein positives Echo zu den gesellschaftlichen Herausforderungen und der Wirtschaftskraft des Gastgebers ebenso. Lohnt der Aufwand? Sind die Prioritäten richtig gesetzt? Können die Republik am Kap und das südliche Afrika insgesamt profitieren? ...zum Inhalt / Artikeldownload

Geographische Gesundheitsforschung
Geographie und Krankheit
Bei allen Spezialisierungen moderner geographischer Forschung ist es verwunderlich, welch geringe Beachtung die Probleme einer adäquaten Gesundheitsfürsorge oder die Bekämpfung elementarer Krankheiten bei Geographen finden. Dabei sind die Darstellung räumlicher Verbreitung von Krankheiten und daraus abgeleitete Strategien zum Aufbau nachhaltiger Gesundheitsdienste der Schlüssel zu Entwicklungserfolgen, ganz gleich ob in entlegenen Regionen bei uns oder in Entwicklungsländern. Die Geographie verfügt über Methoden und
Instrumente, hier der (Entwicklungs-)Politik zur Seite zu stehen, sie muss sich dort nur stärker einbringen. ...zum Inhalt / Artikeldownload

Brasilien
(Nicht-nur-Fußball-)Weltmacht Brasilien
Als vor 50 Jahren Brasilia neue Hauptstadt jenes Riesenlandes zwischen Parana und Amazonas wurde, galt dies als Symbol des Aufbruchs und der Inwertsetzung des Landesinneren. Moderne Stadtplanung und Architektur aber standen im Gegensatz zur reaktionären Militärdiktatur der Jahrzehnte danach. Zudem prägten die rücksichtlose Ausbeutung der Regenwälder Amazoniens und der Flächenverbrauch für die Viehwirtschaft, mehr noch die Gegensätze von Reich und Arm das Brasilienbild jener Zeit. Welch Unterschied zu heute: demokratisch gewählte Präsidenten, ein Wirtschaftsboom ohne Gleichen, Rohstoff- und Agrarexporteur und eine politische Großmacht, die zu Recht eine permanente Vertretung im UN-Sicherheitsrat fordert. Mit Brasilien ist künftig zu rechnen.
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