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Verzeichnis aller bisher erschienener Themenschwerpunkte - 2000

Ausgabe Januar
Heft 01/2000


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Großbritannien und Irland

Das Verhältnis zu Kontinentaleuropa und das Wie einer aktiven Mitgestaltung europäischer Integration ist für Großbritannien auch an der Wende zum Jahr 2000 eine ungelöste politische Frage. Denn trotz des durch konservative Regierungen forcierten strukturellen Wandels will man im Königreich ungern von der tief verwurzelten Vorstellung eines maritimen Reiches von Cayman bis Chittagong loslassen. Dabei hat sich abseits von populistischen Schlagzeilen auch in London eine pragmatische Haltung gegenüber den Vorteilen der EU durchgesetzt. Der Test wird allerdings sein, ob sich die Insel der Euro-Zone anschließt. Ganz anders die Haltung Irlands: Die "grüne Insel" hat die Vorteile der EU für eine nachholende Entwicklung erkannt und genutzt. So steht der alternden Britannia nun ein keltischer Tiger gegenüber. ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe Februar
Heft 02/2000


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Neue Formen des Tourismus

Bislang galt eigene Anschauung und authentische Begegnung als Essenz des Reisens. Die Welt in ihrer Weite, aber auch kulturellen Vielfalt zu erfahren war der Antrieb für Abenteurer und Erzähler von Marco Polo bis Mark Twain. In einer Zeit, in der viele Menschen den Wunsch verspüren Klima und Kultur auf Zeit auszutauschen, wird Reisen zu einem Massenphänomen. Globale Kommunikation und Erreichbarkeit heben fast alle physischen Grenzen auf. Im harten Wettbewerb von Veranstaltern und Zielregionen muss hier neben den "economies of scale" auch dem Trend zur Individualisierung und Aufsplitterung von Zielgruppen Rechnung getragen werden. Neue Konzepte sind gefragt: Tropenerfahrung in der Lüneburger Heide, Musicalbesuch mit Einkaufsbummel oder Trekking statt hastiges Sightseeing. Reisen "wie früher" wird allenfalls noch als teurer Nostalgietripp angeboten. Das Reiseziel mag real bleiben, aber in der Wahrnehmung des Reisenden verschmelzen Realität und Virtualität. ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe März
Heft 03/2000


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GR-Panorama

Dass selbst im Zeitalter weltumspannenden Reisens und des Massentourismus unser Bild von der Ferne merkwürdig unrealistisch ist, liegt in der Natur der Sache. Wir reisen selten, um soziale Realitäten wahrzunehmen – und selbst wenn, dann nur aus behüteter Distanz. Reisen ist ganz überwiegend ein Freizeitphänomen, höchst selten Bildungsabsicht. Und so konzipiert die Tourismuswerbung Kampagnen von Inseln, wo die Götter Urlaub machen oder das Abenteuer im Canyon lockt. Kein Wunder, dass Reiseführer und -zeitschriften solche Bilder aufgreifen und verstärken. Und so wie unsere Morgendusche – oder das abendliche Bier – einem Sprung in den Indischen Ozean gleichen soll (die Monsunstürme werden dabei übersehen), so wird München zum Wallfahrtsort für Biertrinker oder Deutschland ein Land voller niedlicher Häuschen mit Butzenscheiben. Moderne Geographie scheint hier auf verlorenem Posten, oder hat das Fach die Herausforderung gar nicht erst aufgenommen? ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe April
Heft 04/2000


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Insulares Südostasien

Abschied vom Traum?
Die tropische Fülle der Inselwelt Südostasiens scheint Schlagzeilen über Krisen und Katastrophen zu überdecken. Sind nicht Bali oder Cebu Traumziele für exotische Ferien? Und stehen nicht die Wolkenkratzer in Kuala Lumpur und Manila für dynamisches Wirtschaftswachstum? Aber ökologische Krisen wie die verheerenden Waldbrände 1998 und Naturkatastrophen wie der Ausbruch des Pinatubo haben offenbart, wie zerbrechlich dieses Image ist. Der Einbruch des Wirtschaftsbooms mit seinen einst phänomenalen Wachstumsraten hat soziale Konflikte offengelegt, die besonders in Indonesien nicht gelöst sind. Dort hat der Demokratisierungsprozess gerade erst begonnen. Die Geographie kann dieses Umfeld nicht ignorieren, will sie ein realistisches Bild des sozialen und ökonomischen Wandels zwischen Sumatra und Papua zeichnen. ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe Mai
Heft 05/2000


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Niedersachsen 2000

Industriestandort Niedersachsen
Zugegeben, auf Superlative legt norddeutsches Understatement wenig Wert: Die größte Computer- und Industriemesse der Welt, der größte Automobilhersteller Europas, eine Werft für die größten Luxusliner – all dies beherbergt das nach Bayern zweitgrößte Land der Bundesrepublik zwischen Papenburg und Wolfsburg. Um Historie von Goslar bis Hameln und von Eulenspiegel bis Lessing nicht verlegen fällt es Niedersachsen schwer sich als moderner Industriestandort zu präsentieren. Nur zögernd ist man den Übergang vom Stahl zu Halbleitern und vom Elbe-Seitenkanal zu Datenautobahnen angegangen. Dabei genießen die Universitäten in Göttingen, Braunschweig und Hannover Weltruf. Große Hoffnungen auf einen Imagewandel, aber auch auf handfeste Vorteile legen Niedersachsen und seine Landeshauptstadt auf die EXPO 2000. Die sind nicht unbegründet, haben doch solche Großereignisse in anderen Regionen Wunder bewirkt. ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe Juni
Heft 06/2000


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Ressourcen und Recycling

Umweltfach Geographie
Es mehren sich Stimmen, die der Geographie größere Überlebenschancen einräumen, wenn sie sich weniger auf ferne Länder konzentriert und sich stattdessen stärker als Umweltfach versteht. Dass die Lösung ökologischer Probleme entscheidend für das Überleben der Menschheit bei knapper werdenden Ressourcen ist, kann niemand bezweifeln. Und dass eine Wissenschaft, die sich mit der Welt beschäftigt, die Um-"Welt" nicht aus den Augen verliert, liegt nahe. Aber zwischen der sachlichen Wahrnehmung und dem Image der Geographie in der Öffentlichkeit klafft eine Lücke. Zu stark ist die Konkurrenz der Nachbarwissenschaften um ökologische Kompetenz und scheinbar unverrückbar das Bild von Erdkunde als dem Wissen von "Was ist Wo". Die Frage, wie die Geographie überzeugen kann für die Probleme der Umwelt nah und fern das Schlüsselfach zu sein, harrt noch einer guten Antwort. ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe Juli
Heft 07/2000


Leider vergriffen!


Stadtgeographie

Wenn rund die Hälfte der Menschheit in Städten wohnt, wenn der Grad der Verstädterung immer noch als Entwicklungsindikator eines Landes dient, dann ist es gewiss kein "urban bias" allein, wenn die Geographie dem Lebensraum Stadt in der Forschung großes Gewicht einräumt. ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe September
Heft 09/2000


Leider vergriffen!


Wüsten

Mehr Wissen über Wüsten
Waren Wüsten in der Vergangenheit oft Metapher für Monotonie, Mangel und Lebensfeindlichkeit, so werden sie heute wieder stärker als sensible Ökosysteme betrachtet, in denen Anpassungsmechanismen von Mensch und Natur erforscht werden können. Mehr noch, die Wüstenzonen der Erde sind ein offenes Buch für Geowissenschaftler. Globaler Wandel kann hier von der Hangform eines Wadis bis zur mikroskopischen Untersuchung eines Sandkorns rekonstruiert werden. Zweifellos bleiben Wüsten eine besondere physische Herausforderung an den Forschenden, die gewonnenen Erkenntnisse aber sind nicht Selbstzweck oder ein Beleg für wissenschaftliche Detailverliebtheit, sondern helfen die Phänomene weltweiter Umweltveränderungen besser zu verstehen. Dass Wüsten aber auch dann nichts von ihrer Faszination verlieren, belegt die ungebrochene Nachfrage nach Abenteuerreisen und Expeditionen. ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe Oktober
Heft 10/2000


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Ökozonen der Erde

Ökozonen - eine akademische Übung?
Das Konzept einer ökozonalen Gliederung der Erde ist kein akademisches Unterfangen ohne Bezug zu realer Anwendung. Im Gegenteil: Ökozonen, welche die Wechselwirkungen von Klima und Boden, mithin Energieflüsse und Stoffkreisläufe einbeziehen, sind ein hilfreiches Instrumentarium um Ansätze nachhaltiger Bewirtschaftung zu identifizieren. Die Abgrenzungskriterien für solche Zonen mögen schwierig und entsprechend umstritten sein, aber der Nutzen einer ökozonalen Gliederung für die Entwicklung tragfähiger Landwirtschaftskonzepte macht dieses Unterfangen zu einer lohnenswerten Aufgabe geoökologischer Forschung. Dies gilt genauso für die Analyse von ökologischen Schäden dort, wo die Belastbarkeit von natürlichen Ressourcen falsch eingeschätzt wurde. ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe November
Heft 11/2000


Leider vergriffen!


Westafrika und Sahel

Mensch, Umwelt und Entwicklung
Die Bilder von ausgemergelten Menschen im Sahel haben sich im Bewusstsein der Weltöffentlichkeit eingeprägt. Heute wird dieses Bild ergänzt durch marodierende Söldner in den Straßen von Freetown oder Monrovia. Waren alle Entwicklungsanstrengungen umsonst? Ist die Zukunft Westafrikas seine Vergangenheit? Zumindest am Beispiel der Sahelzone lässt sich illustrieren, wie stark Entwicklungsansätze auch immer die Sichtweise der ausländischen Geldgeber und Berater widerspiegeln: "Die Wüste stoppen" reflektierte dabei den technologischen Wunderglauben. Und die Suche nach "endogenen Ursachen" geriet allzu leicht zu Fatalismus. Erst heute hat sich die Einsicht durchgesetzt, das jede Entwicklung nur mit der Partizipation der Betroffenen erfolgreich ist und auch nur, wenn politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen dies fördern. Daran arbeiten die Staaten des Sahel: ein mühsamer, langwieriger Weg, aber der einzig erfolgreiche. ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe Dezember
Heft 12/2000


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Borealer Raum

Borealis: Waldlandschaften im Wandel
Zwei Staaten der Erde beeinflussen weitgehend Wohl und Wehe des borealen Waldgürtel: Kanada und Russland. Waren die schier unendlichen Wälder und darunter verborgene Bodenschätze über Jahrzehnte eine Herausforderung an Pioniergeist und Ingenieurleistung, so macht sich neuerdings ein Umdenken bemerkbar. In Kanada sind es nicht nur die Einsicht um Umweltverschmutzung durch großflächigen Bergbau, sondern auch die Anerkennung von Landrechten der Ureinwohner, welche der Ausbeutung der Waldlandschaften Grenzen setzen. In Russland ist es weniger Einsicht als eine Folge des zusammengebrochenen sozialistischen Systems. Gerade die Dominanz des Staates bei der Erschließung Sibiriens wird heute zu einer Hypothek, da viele Pionierregionen keine Überlebenschancen im freien Wettbewerb haben. Aus den einstigen privilegierten werden so schnell verarmte Regionen. ...zum Inhalt / Artikeldownload