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Verzeichnis aller bisher erschienener Themenschwerpunkte - 2002

Ausgabe Januar
Heft 01/2002


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Naturgefahren und Naturrisiken

Rufe der Kassandra
Geowissenschaften und Klimaforschung verfügen heute über ein breites Instrumentarium zur Analyse von Naturgefahren, seien es globale Umweltveränderungen oder lokale Gefährdungen an Vulkanen, Steilhängen oder Verwerfungslinien. Meist ergeht es ihnen aber wie der antiken Kassandra: Warnungen verhallen ungehört! Risikobewusstsein von Planern und politischen Entscheidungsträgern ist häufig unpopulär, da drohende Gefahren gern verdrängt werden. So bleiben Bauvorschriften unbeachtet, die Erdbebenschäden verhindert hätten, werden Bauflächen in Zonen ausgewiesen, die zyklisch von Überschwemmungen bedroht sind oder verstauben Evakuierungspläne in Schubladen. Damit sind Naturkatastrophen auch heute vorprogrammiert – selbst solche, deren Ausmaß minimierbar wäre. (rj) ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe Februar
Heft 02/2002


Leider vergriffen!


Staaten der Levante

Für einen Moment stelle man sich vor, es gäbe keine Kriege im Nahen Osten und keine Konflikte zwischen Palästinensern und Israelis: Der "fruchtbare Halbmond" zwischen Sinai und Schatt el Arab wäre eine Wohlstandszone, basierend auf Handel, Tourismus und Erdöl. Die Lage am Kreuzungspunkt zwischen Europa, Asien und Nordafrika könnten der Levante jene legendäre Prosperität wieder bescheren, für die sie über Jahrhunderte bekannt war. Die Realität lässt für solche Visionen wenig übrig: Bürgerkriege, kulturelle und religiöse Konflikte und ungelöste soziale Herausforderungen vermitteln eher die Perspektive eines latenten Schwelbrandes. Politischer Wandel in Syrien und Jordanien, das Ende des Bürgerkriegs im Libanon, aber auch die wachsende Bereitschaft unter Isrealis und Palästinensern zur friedlichen staatlichen Koexistenz lassen hoffen, dass die Vision einer prosperierenden Levante keine politisch-geographische Fata Morgana bleibt. ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe März
Heft 03/2002


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Wirtschaftsfaktor Salz

Salzproduktion und Salzhandel
Seine Allgegenwärtigkeit, vom Streusalz auf den Straßen bis zum Salzstreuer auf dem Tisch, lässt zuweilen vergessen, dass Salz ein Produkt ist: gefördert aus Bergwerken oder salzhaltigem Wasser entzogen, transportiert über große Entfernungen, gehandelt auf Märkten und verpackt in Supermärkten. Salz war in der Vergangenheit Wirtschaftsfaktor für Städte wie Lüneburg, auch wenn die Stadt in Niedersachsen heute mit Folgeproblemen zu kämpfen hat. Besser ergeht es solchen Kommunen, die als Kurbad die heilende Wirkung von Solequellen nutzen können - soweit sie mit innovativen Marketingkonzepten verknüpft ist. In vielen Regionen Asiens und Afrikas hingegen hat sich weder an der Produktionsform von Salz noch an dessen Vermarktung viel geändert. Hier bleibt die Salzproduktion ein arbeitsintensiver und damit Arbeit schaffender Wirtschaftszweig. ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe April
Heft 04/2002


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Mediterrane Inseln

Ansturm auf die Trauminseln
Die mediterranen Inseln gehören zum Freizeitinventar ihrer festländischen Nachbarn. Der Tourismuswerbung ist es dabei gelungen, Klima, Landschaft und Kultur von Kreta oder Malta in ein ganzheitliches "Produkt" zu verwandeln. Der Massentourismus hat den einst peripher gelegenen Eilanden im Mittelmeer einen Wirtschaftsboom ohnegleichen beschert. Im Reiseprospekt aber werden die ökologischen Belastungsgrenzen ausgeblendet, wenngleich sie messbar sind. Schon der Vorschlag einer Umweltsteuer auf den Balearen rief Proteste hervor, als seien Promenade, Pool und Parkplatz ein den Inseln abgerungenes Gewohnheitsrecht. Es muss den Politikern von Athen über Valletta bis Madrid längst klar sein, dass sie Geister riefen, die nicht mehr in ihre Flasche zurück wollen. (rj) ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe Mai
Heft 05/2002


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Landschaftsökologie

Ökologische Landschaftsforschung
"Landschaftsökologie wird heute in einer Reihe klassischer Disziplinen betrieben, wobei komplexe Fragen häufig interdisziplinär angegangen werden. Allen landschaftsökologisch arbeitenden Disziplinen gemeinsam ist eine Entwicklung von der reinen Beobachtung und Beschreibung hin zur naturwissenschaftlich-analytischen Messung und Quantifizierung, die dann immer häufiger für eine mathematische Modellierung die Grundlage bildet. Dieser früher so hochgeschätzte Quantifizierung wird heute von Seiten der Planung eher mit Skepsis begegnet, da man erkennen musste, dass noch so exakt erhobene Daten noch lange nicht zu entsprechendem Handeln und Durchsetzungsvermögen führen." Lothar Finke: Landschaftsökologie. Braunschweig 1996, S. 19 (Das Geographische Seminar) ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe Juni
Heft 06/2002


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Japan

Japan - Wirtschaftsgigant oder Papiertiger?
Aus unserem Wortschatz sind Toyota, Sony und Fuji kaum wegzudenken. Die Welle der Autoimporte oder die Dominanz japanischer Markennamen in der Unterhaltungs- elektronik galten als Zeichen einer fernöstlichen Wirtschaftsdynamik, die Nippon zum Angstgegner deutscher und europäischer Unternehmen machte. Heute sind es Europäer und Amerikaner, welche das Inselreich mit Kooperationen einnehmen: Ford und Mazda, Renault und Nissan, DaimlerChrysler und Mitsubishi. Es scheint als ob Japans Stärke der konzertierten Initiative zwischen Wirtschaft und Politik auch zu Starrheit und Verkrustungen geführt hat, die sich im rauher werdenden globalen Wettbewerb als Nachteil herausstellen. Aus dem Platzen der Bubble Economy auf einen nachhaltig geschwächten Giganten zu schließen wäre aber angesichts der Innovationsfreude der japanischen Industrie blauäugig. (rj) ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe Juli
Heft 07/2002


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Politische Geographie

Politisierte Geographie?
Spätestens dann, wenn sich Ideologie als Common Sense verkleidet, ist kritische Wissenschaft gefragt. Dies gilt für die Politische Geographie nicht erst seit den Ereignissen des 11. Septembers 2001, aber erst recht seit dem. Denn seit dem „9/11", inzwischen griffige Formel im amerikanischen Sprachgebrauch, gilt der „Kampf dem Terror" auch als geopolitischer Common Sense, der alte Konflikt- Konstellationen durcheinander wirbelt und neue Feindbilder aufbaut. Der Schock der einstürzenden Türme in New York und die Dominanz amerikanischer Interessen in der „Weltinnenpolitik" machen es fast unmöglich differenzierte Analysen und alternative Strategien zu entwickeln. Gerade deshalb verdient eine Politische Geographie mit ihren neuen Ansätzen und Forschungsfeldern heute Aufmerksamkeit. (rj) ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe September
Heft 09/2002


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Österreich 2002

Österreich im Umbruch
Internationalisierung der Wirtschaft, zunehmende Verflechtung von Kapital und Arbeit sowie Konvergenz in jenen Politikbereichen, die durch die EU gesteuert werden, sind unverkennbare Trends, denen sich Österreich ausgesetzt sieht. Und die nächste Veränderung steht vor der Tür, die Erweiterung der EU in Richtung östliches Europa. Was werden die Folgen sein? Wird Österreich eine neue Wanderungswelle erleben? Werden die peripheren Gebiete entlang des ehemaligen „Eisernen Vorhanges“ nicht zu den Verlierern zählen? Wohin werden die Strukturmittel der EU fließen, wenn durch den Beitritt „ärmerer“ Staaten die ehemals armen und entwicklungsrückständigen Regionen Österreichs plötzlich per Definition „reicher“ und „fortschrittlich“ werden? Auf viele dieser Fragen gibt es keine einfachen Antworten, aber viele ernsthafte Befunde in die eine oder andere Richtung. Auch die Geographie muss diese Fragen aufgreifen und zur Klärung beitragen. (hf) ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe Oktober
Heft 10/2002


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Globalisierung und Entwicklung

„Globalisierung wird's schaffen"
Schafft Globalisierung, was vier Jahrzehnte staatlicher Entwicklungszusammenarbeit nicht zu leisten vermochten: den Lebensstandard in Ländern jener „Dritten Welt" dichter an den der Leitbilder, den westlichen Industrieländern, heranzubringen? Angesichts eher gegenteiliger Prozesse in vielen Regionen der Welt gibt es begründete Zweifel. Zwar führen die Globalisierungsbefürworter Beispiele auf, in denen ausländische Direktinvestitionen erstaunliche volkswirtschaftliche Spin offs erzeugt haben, etwa beim Software-Exporteur Indien oder dem Inselstaat Mauritius, aber die Gewinnergruppen und -regionen bilden kleine Fragmente, gleichsam Inseln in einem großen „Meer der Armut". Unbestreitbar ist: Globalisierung beschleunigt regionale und soziale Veränderungen weltweit, nur bedeuten diese für die einen den Aufstieg, für die anderen aber den Absturz. (rj) ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe November
Heft 11/2002


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Nordost-Südamerika

„Mit Mangos gegen die Armut?“
Brasilien ist Fußballweltmeister 2002. Venezuela war noch bei keiner WM dabei. Und Guyana? Bestimmt auch fußballverrückt. Aber ist Brasilien nicht auch ein Land mit wuchernden Slums, Armut und Kriminalität? Wer profitiert von der Expansion kommerzieller Landwirtschaft in Mato Grosso oder Amazonien? Und droht nicht in Venezuela erneut Putschgefahr? Es gibt aber eine andere Seite Südamerikas: Venezuela ist Global Player in Erdöl, Brasilien exportiert Autos, Flugzeuge und immer noch Kaffee und immer mehr Mangos. Es reicht also nicht, einer Region Etiketten anzukleben. In Zeiten weltwirtschaftlicher Verflechtungen sind Akteure und Gruppen im Nordosten des Kontinents viel stärker Bestandteil unserer alltäglichen Lebenswelt, als etwa die Distanz zwischen Berlin und Brasilia vermuten ließe. (ca) ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe Dezember
Heft 12/2002


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Küsten und Deltas

Gefahrenzone Küstenraum
In Katastrophenfilmen rasen oft gewaltige Flutwellen auf Küstenregionen zu. Die eigentliche Gefahr ist weniger spektakulär: Der wirtschaftlich höchst interessante Saum zwischen Festland und Ozean reduziert einzigartige Ökosysteme wie das Wattenmeer oder Deltalandschaften auf zunehmend kleinere Flächen. Nicht nur Werftstandorte oder Hafenanlagen sind dabei die "Bösewichte", sondern all die, für die Urlaub am Meer die schönste Zeit des Jahres ist - also wir alle. Hier Naturschutz und touristische wie industriewirtschaftliche Interessen auszugleichen ist die eine Herausforderung für ein Küstenzonenmanagement. Aber die schleichende Katastrophe steigender Meeresspiegel verlangt tatsächlich nach Vorsorge für den Ernstfall. Die von Sturmtiefs an Küsten herangetragene Flutwelle gefährdet Menschen und zunehmend Milliardenwerte an Investitionen in Infrastruktur und Siedlung. (rj) ...zum Inhalt / Artikeldownload