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Verzeichnis aller bisher erschienener Themenschwerpunkte - 2004

Ausgabe Januar
Heft 01/2004


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„Klimawandel“

Schönwetter-Reden
„Klimawandel“ wäre eine gute Metapher für das künftige Verhältnis zwischen Klimaforschung und Umweltpolitik. Wie tief der Graben zwischen Wissenschaft und Politik ist, zeigt nicht nur die Verachtung der derzeitigen US-Regierung für internationale Klimaschutzabkommen - deren Zustandekommen wesentlich durch das geachtete Intergovernmental Panel on Climate Change beeinflusst wurde. Sie lässt sich auch gut vor der Haustür demonstrieren: Ökosteuern wurden einst eingeführt, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren und so Klimaschutz umzusetzen. In Deutschland aber entstand daraus in der politischen Brechung eine „Rentensteuer", die zudem allem Anschein nach keine Wirkung zeigt. Und wenn Wissenschaft bei „Jahrhunderthochwassern“ und „Jahrhundertsommern“ mahnt, regionale Ereignisse seien alleine kein Beleg für globale Erwärmung, dann ist dies für den Fachmann nachvollziehbar, lässt aber den Laien ratlos. Am Schluss hätte so nicht nur die Umweltpolitik ein Glaubwürdigkeitsproblem, sondern auch die Umweltwissenschaft. (rj) ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe Februar
Heft 02/2004


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„Skandinavien“

Nordische Sicht
Für die meisten Skandinavier erscheint das Europa südlich von Flensburg weit entfernt von den eigenen Idealen gesellschaftlichen Miteinanders und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit: Bürokraten herrschen von Brüssel aus, Banker in Frankfurt bestimmen die Zinsen von Tampere bis Thessaloniki. Der Sozialstaat, im kontinentalen Europa allerorts in Frage gestellt, hat in Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland ein junges Gesicht erhalten, bleibt aber unumstritten. Die Wirtschaftsdynamik im Heimatland von Volvo und Ikea übertrifft die der Eurozone, kein Grund also für die Schweden, den nächsten Schritt zu wagen, ebenso emp.nden Dänen und noch grundsätzlicher die Norweger. Bemerkenswerte Ausnahme ist Finnland, dessen EU-Enthusiasmus den der Nachbarn überragt. Die Ambivalenz der Skandinavier zeigt daher, wie wichtig es ist, die europäische Integration nicht nur als technokratische Aufgabe zur Optimierung von Absatzmärkten zu verstehen. (rj) ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe März
Heft 03/2004


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„Andenländer“

Andenstaaten, Randstaaten?
Es mag mit der Wahrnehmung in der post 9/11-Welt zusammenhängen, aber die Andenstaaten Südamerikas erscheinen selten in den Schlagzeilen, weder als „Achse des Bösen" noch als Ziel künftiger präventiver Militärschläge. Richtet man den Blick hingegen genauer auf die Region, 150 Längengrade westlich von Kabul oder Bagdad, dann zeigen sich immer noch jene „offenen Adern", um im Bild Eduardo Galeanos zu bleiben: Erze, Öl, Gas und Holz fließen in den unersättlichen Rohstoffmarkt auf der Nordhälfte des Doppelkontinents. Soziale Spannungen harren des Ausgleichs, in Peru und Bolivien ebenso wie in Ecuador und Kolumbien. Letzteres bewegt sich weiterhin am Rande eines Bürgerkrieges, bei dem Drogen- und Waffenhandel ein Perpetuum Mobile bilden. (rj) ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe April
Heft 04/2004


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Global Cities

Global lenken
Im Besitz von Weltstadt-Flair wähnen sich viele Metropolen. Global City zu sein dagegen können nur wenige von sich behaupten. Jener exklusive Club ist mindestens Standort einiger global agierender Institutionen, sei es die UN, GE oder Citicorp. Besser noch gehört dazu eine internationale "Award Ceremony", sei es für Mode oder Film. Neben den glitzernden Fassaden globaler Headquarters verbergen sich hier aber auch die "Hinterzimmer" für weltweite Finanzströme und Aktienhandel, mit unscheinbar klingenden Adressen - etwa Wall Street (New York) oder Dalal Street (Mumbai). Gleich den anderen Metropolen gibt es dicht neben Geld und schönem Schein auch soziale Not und Ausgrenzung. Was Global Cities aber von gewöhnlichen Metropolen abhebt, ist ihre globale Ausstrahlung, um nicht zu sagen globale Macht. (rj) ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe Mai
Heft 05/2004


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Regionen der EU

Die EU vor Ort
Mag die Europäische Union oft als distanzierte Bürokratie wahrgenommen werden, in den Projekten der Regionalförderung wird die Leistung der EU für viele Bürger konkret erfahrbar. Ob Tunnel auf Madeira, Katastrophenschäden an der Elbe oder Naturschutzeinrichtungen in Finnland, die vorhandenen Instrumente ermöglichen es Provinzverwaltungen und Kommunen, Unterstützung aus Brüssel in Anspruch zu nehmen. Konzipiert zum Ausgleich regionaler Disparitäten illustrieren Schilder in der Peripherie der Union, wie vielfältig die EU-Förderung für benachteiligte Regionen sein kann. Die Regionalförderung steht mit 10 neuen Mitgliedern in der europäischen Großfamilie allerdings vor neuen, dennoch im Interesse der Bürger unverzichtbaren Aufgaben. (rj) ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe Juni
Heft 06/2004


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Atlantischer Ozean

Transatlantische Verknüpfungen
Der Atlantik ist geschrumpft: In Bruchteilen von Sekunden jagen Daten über Kabel oder Satelliten zwischen Baltimore und Bordeaux hin und her oder verbinden TV-Systeme die Wohnzimmer von Nebraska bis Neuruppin. Transatlantische Telefonate sind preisgünstiger als solche innerhalb Europas, und mancher 8-Stunden-Flug über den Ozean ist für den Preis einer regulären Bahnfahrkarte zwischen Hamburg und Freiburg zu haben. Die virtuelle Nähe lässt leicht vergessen, dass der Atlantik aber auch ein gigantischer Wasserkörper ist, der sehr aktive Grenzlinien zweier Großplatten der Erdkruste überdeckt. Island zehrt von solch vulkanischer Aktivität, auch so manche touristisch attraktive Insel weiter südlich. Der Ozean stellt damit allerdings zugleich eine Bedrohung dar, denn gewaltige Wellen müssen ihn einst überquert und seine Küsten verwüstet haben. Die Forschung steckt erst am Anfang, lässt aber bereits erkennen, dass bei allen transatlantischen „Brücken“ in der Tiefe auch Gefahren lauern. (rj) ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe Juli
Heft 07/2004


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Griechenland 2004

Die Artikel dieser Ausgabe stehen nicht zum Download zur Verfügung

Eulen nach Athen tragen?
Für eine Olympiade des 21. Jahrhunderts ist keine Metropole ohne weiteres gerüstet. Meist verbindet sich mit der Großveranstaltung die Erwartung auf überfällige Investitionen in Infrastruktur, selbige großzügig durch Förderung des gastgebenden Landes unterstützt, und im Falle Athens durch EU-Gelder ergänzt - also von den Steuerzahlern der Europäischen Union. Der Wettbewerb um die Austragung Olympischer Spiele ist also mehr als purer Idealismus oder die Hoffnung auf Imagegewinn im globalen Standortwettbewerb. Athen hatte besonders viel nachzuholen, fehlte der griechischen Hauptstadt doch fast alles an Verkehrsinfrastruktur, was heute für Bürger und Wirtschaft einer Millionenstadt unverzichtbar ist. Ob allerdings die eine oder andere "Straßenschneise" in Attika der Weisheit letzter Schluss war, mehr noch ob die Kosten für die kleine Nation im Südosten der EU den Nutzen rechtfertigen, wissen bislang nur die Götter. (rj) ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe September
Heft 09/2004


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Deutschland 1989-2004

Looser Deutschland?
Keine Olympiade in Leipzig, keine Chance bei der Fußball- Europameisterschaft - die Liste kollektiver sportlicher Misserfolge ließe sich weiterführen. Deutschland 2004 in der Krise? Die geographische Perspektive zur Situation von Wirtschaft und Gesellschaft 15 Jahre nach der neugewonnenen Einheit scheint ebenfalls wenig ermutigend: Bevölkerungsrückgang in Land und Stadt, enttäuschende Ergebnisse beim „Aufbau Ost", Rückschläge bei der wirtschaftlichen Entwicklung allenthalben. Raumstrukturell ist die Teilung Deutschlands deutlicher sichtbar, als manchem Optimisten lieb sein wird. Dennoch: gab es nicht schon vor 50 Jahren ein „Wunder“, wenn auch zunächst ein sportliches? Was macht andere Gesellschaften in Europa heute so dynamisch und so veränderungsbereit? Deutschland hat hohe Ansprüche an gesellschaftliche Konsensfindung, an sozialpolitische Standards, an Produkt- und Lebensqualität, an regionalen Ausgleich. Umso schwerer fällt es uns, davon im europäischen und globalen Wettbewerb Abstriche zu machen oder zu akzeptieren, das auch andere Länder auf dem Weg sind, diese Ansprüche für sich umzusetzen. Nicht immer zu gewinnen, bedeutet nicht, schon verloren zu haben. ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe Oktober
Heft 10/2004


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Mittelasien: Suche nach einem Mittelweg

„Reiche, großartige Natur sowie von Menschen geformte Kulturlandschaften in traditioneller, angepasster Lebens- und Wirtschaftsweise auf der einen Seite - wirtschaftliche Not, Auflösung sozialer Strukturen und gesellschaftliche Polarisierung, zunehmender Nutzungsdruck, politische Turbulenzen und wachsendes Interesse internationaler Unternehmen an der Ausbeutung von Naturressourcen auf der anderen Seite“, so charakterisiert Michael Succow, 1997 Träger des Alternativen Nobelpreises, in seinem Aufsatz in dieser Ausgabe die aktuelle Situation in den Staaten Mittelasiens. Das neue geopolitische Interesse an der Region trägt ebenfalls wenig zu einer zukunftsfähigen Entwicklung bei. Bleibt zu hoffen, dass Mittelasien genug Zeit findet, die Transformation von assoziierten Republiken zu selbstbewussten Nationen zu bewältigen. ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe November
Heft 11/2004


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Agrargüter und Weltmarkt

Agrargüter in Zeiten der Globalisierung
Für tropische Gewürze wurden Weltreiche geschaffen, für Kautschuk Setzlinge um die halbe Welt in eigene Kolonien geschmuggelt und für Zucker und Baumwolle Hunderttausende versklavt. Das war einst, lange vor der Globalisierung heutigen Zuschnitts. Heute sind agrarische Rohstoffe und Agrargüter aus den Tropen und Subtropen eingebunden in das globale System von Angebot und Nachfrage auf schnell sich wandelnden Märkten. Tropische Wälder werden dabei für immer durch Plantagenflächen ersetzt und Zuckerrohr aus der Dritten konkurriert mit subventioniertem Rübenzucker aus der Ersten Welt um den „süßen“ Marktanteil. Agrarisch ausgerichtete Volkswirtschaften, aber auch Landarbeiter und Kleinbauern in den Entwicklungsländern sind damit einem Anpassungsdruck ausgesetzt, der von ihnen weit mehr Risikobereitschaft und Innovation abverlangt, als manch hiesiger Ikone der Globalisierung je zugemutet wird. ...zum Inhalt / Artikeldownload


Ausgabe Dezember
Heft 12/2004


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Eindämmen!

Staudämme verkörpern jenen Geist, bei dem der Mensch über die Natur siegt und sich deren Ressourcen zunutze macht. Gigantische Betonkonstruktionen sperren Flusstäler ab und schaffen riesige künstliche Seen. Neben Kraftwerken und Bewässerungssystemen - den Nutznießern unterhalb des Damms - gibt es aber auch Geschädigte hinter dem Damm. Wo Strom oder landwirtschaftliche Nutzfläche gewonnen wird, verlieren zugleich viele Menschen Haus und Hof. Dies alles zählt wenig, wenn Staudämme nationaler Identitätsstiftung oder industriellen Entwicklungszielen dienen. Zunehmend geraten solche Großprojekte daher in die Kritik, schaden sie doch meist mehr, als sie nutzen. ...zum Inhalt / Artikeldownload